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Art.Nr.:90530
Jörg Schönbohm (geb. 1937), zuletzt Innenminister des Landes Brandenburg, erinnert sich: Der Großvater des »aufmüpfigen Familienmenschen« verkauft das erste Bild von George Grosz. Als General der Bundeswehr übernimmt der »Dorflümmel« von einst 1990 die NVA. Schönbohm wird Staatssekretär in Bonn und Innensenator in Berlin. Mit vier Verteidigungsministern arbeitet er eng zusammen. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Flucht kehrt er in seine Heimat Brandenburg zurück und erlebt mit Manfred Stolpe, Matthias Platzeck und Angela Merkel turbulente Jahre in der Landes- und Bundespolitik. Mit Nachrichten aus der Wirklichkeit widerspricht er den »ewigen Linken« – Friedensbewegten, Hausbesetzern, Gegnern von Nachrüstung und Wiedervereinigung. Geprägt vom Überlebenskampf nach dem Zweiten Weltkrieg macht Jörg Schönbohm Politik für die »unpolitische« Seite des Lebens.
»Die Gutmenschen sind diejenigen, die nicht gewählt sind, die keine Verantwortung tragen und ungetrübt von jeder Sachkenntnis zu allen Dingen ihre Entrüstung äußern. Sie wollen den Verantwortungsträgern mit hohem moralischem Anspruch erklären, was sie tun müssen. Wenn ich darauf hinweise, dass das Geld kostet, sagen sie, Geld sei keine Kategorie. Wenn ich darauf hinweise, dass die Bevölkerung das nicht akzeptiere, heißt es, ich müsse mich mit Vorurteilen auseinandersetzen und dürfe sie nicht schüren. Wenn ich sage, dass in manchen Schulklassen deutsche Kinder benachteiligt würden, heißt es, damit müssten sie lernen umzugehen. Diese Art des moralischen Rigorismus werden wir auf Dauer nicht aushalten. Wenn es
in jedem Stadtbezirk Ausländerbeauftragte gibt und keine Inländerbeauftragten, dann bin ich eben der Inländerbeauftragte.« (Jörg Schönbohm in Wilde Schwermut)
464 S., Abb., geb.