Mit viel Geschick hatten es Parteifunktionäre wie Gregor Gysi oder Lothar Bisky 1989/90 verstanden, die diskreditierte Diktaturpartei zu retten und die Misere, die vierzig Jahre Sozialismus hinterlassen haben, anderen in die Schuhe zu schieben. Das Milliardenvermögen der SED, bis heute angeblich unauffindbar, wurde auf Auslandskonten verschoben. Durch wiederholte Namensänderung wurde die SED-Herkunft verschleiert - noch heute sind gut die Hälfte der Mitgliedschaft alte SED-Genossen, darunter zahllose Stasi-Mitarbeiter. Das Parteiprogramm wurde auf Verfassungskonformität getrimmt, strebt in Wahrheit aber eine andere Republik an.Die jahrelang vergeblich betriebene Westausdehnung wurde schließlich mit Hilfe der WASG-Gründung und der populistischen Tiraden von Ex-SPD-Chef Lafontaine doch noch bewerkstelligt. Rechtzeitig zur Bundestagswahl leuchtet Knabe hinter die Kulissen einer Partei, die die Öffentlichkeit wie keine andere über ihr wahres Innenleben zu täuschen versteht und nicht zuletzt deshalb auf eine völlig unkritische Haltung der bundesdeutschen Medien trifft. Dieses Buch geht alle an, die sich um die politische Zukunft Deutschlands Sorgen machen.
464 S., Pb.
»Unerschrocken versucht Knabe eine schläfrige Öffentlichkeit aufzurütteln, ihr bewusst zu machen, dass die DDR keine tote Hinterlassenschaft ist, deren Grabpflege man getrost Historikern und Archiven überlassen dürfte. Er ist überzeugt, dass sich die totalitäre Tradition, die Gedankenwelt des etablierten Sozialismus und auch eine erschreckend große personelle Kontinuität aus dem gescheiterten Arbeiter- und Bauernstaat in das vereinte Deutschland hinübergerettet hat. Noch immer wird dieses fatale Erbe, zumal im Westen, in seiner Relevanz unterschätzt, verharmlost, ja schöngeredet.« Arnulf Baring / Die Welt /18.03.2009 »Knabe beschreibt und analysiert in seinem flüssig geschriebenen Buch sowohl die Herkunft dieser Partei also auch die ausgewählten Generallinien ihrer Politik und charakterisiert schließlich das Führungspersonal ... Eindrucksvoll stellt er dar, wie es der SED trotz offenkundigen Scheiterns gelang, im wiedervereinten Deutschland Fuß zu fassen.« Klaus Schroeder/ Deutschlandradio Kultur /15.03.09 »Meinungsstark, provokant und schonungslos« MÄRKISCHE ALLGEMEINE / 20.03.09 / Alexander Christoph »Das Buch ist eine Fundamentalkritik an der Linkspartei ... Die Leistung Knabes ist, dass er noch einmal die Ursprünge der Linkspartei ausgeleuchtet und ihre programmatische Substanzlosigkeit hervorgehoben hat.« Klaus Schröder in einem Interview, n-tv.de, 30.04.2009 »Zwei Gruppen sei es empfohlen: Zum einen jenen, die wissen wollen, welche Argumente dafür sprechen, die Linkspartei in Deutschland zu entsorgen. Sie sind gut beraten, diese flüssig geschriebene, durch viel Fakten und Zitate sich auszeichnende Schmähschrift zu lesen ... Für eine andere Gruppe kann die Lektüre dieses Buches eine therapeutische Funktion haben: Viele Mitglieder und Anhänger der Partei DIE LINKE sind zweifelsohne immer wieder verführt, sich selbst die Vergangenheit passend hinzubiegen...« Neues Deutschland, Michael Brie, 29.04.09 »In der Sache hat Hubertus Knabe Recht. Und es ist auch gut so, dass er die Faktren noch einmal übersichtlich zusammenstellt.« NZZ am Sonntag, 26,.04.09
Hubertus Knabe, geboren 1959 in Unna, ist wissenschaftlicher Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Von 1992 bis 2000 war er in der Forschungsabteilung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (Gauck-Behörde) tätig. Er gehört zu den profiliertesten Historikern der Bundesrepublik, die sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur widmen. Zuletzt erschienen von ihm die Bestseller Die Täter sind unter uns (2007) und Honeckers Erben (2009).

Diesen Artikel haben wir am Dienstag, 10. August 2010 in unseren Katalog aufgenommen.